Astorga -> Santiago de Compostela

 

oder auch "Abenteuer Familie"

 

Wie das Bild links schon zeigt, wurde es ein Camino, den wir wohl nie vergessen, aber auch nicht unbedingt genau so wiederholen möchten.

In Nordspanien lag nämlich stellenweise noch sehr viel Schnee - so hatten wir uns das nicht erträumt.

Mittwoch, 21.03.2018 

Flug nach Asturias und Weiterfahrt mit dem Bus nach Astorga

 

Um 2:15 Uhr bin ich aufgestanden, gegen 3:15 Uhr sind wir Richtung Flughafen gefahren. Die Flüge haben prima geklappt, die Rucksäcke waren da. Da war schon mal die erste Anspannung weg. Wir sind dann mit dem Bus vom Flughafen nach Oviedo. Dort waren wir in Busbahnhofsnähe etwas trinken, bevor es weiter nach Astorga ging. In Astorga empfing uns eine eisige Kälte, die nichts Gutes ahnen ließ. Gott sei Dank lief im Hotel Gaudi die Heizung - nicht unbedingt selbstverständlich in Spanien. Da wir todmüde waren, sind wir nur noch kurz zum Essen und Einkaufen gegangen und lagen schon vor 21 Uhr in unseren Betten.

Donnerstag, 22.03.2018

Astorga -> Foncebadon

25,8 km

Schlecht geschlafen.....

Ausgemacht war, dass wir um 7:45 Uhr aufstehen, aber Sebastian kam ewig nicht aus seinem Bett. Zur Strafe hat er seine Jogginghose im Hotel vergessen, was er aber erst am Etappenziel bemerkte.

Früh - wir sind um 8:30 Uhr ohne Frühstück los - war es eisig kalt. Außer uns waren etliche Pilger unterwegs. Die Kirche Ecco Homo war geschlossen, also gab es keinen ersten Stempel. Eigentlich wollten wir in Murias de Rechivaldo in der Herberge frühstücken, aber sie war geschlossen. Dafür gab es ein paar Kilometer weiter in Santa Catalina de Somoza ein leckeres Frühstück. Die Cowboybar in El Ganso war leider auch geschlossen - dort hätte ich schon gerne mal reingespitzt. Alternativ gibt es in El Ganso am Ausgang des Dorfes nun einen kleinen Laden mit Café. Das kam uns wie gerufen. Mittlerweile war es in der Sonne auch angenehm warm - ideal zum Laufen. Die nächste Pause legten wir am Ortseingang von Rabanal ein. Im Schatten der Kirche lag ein kleiner Haufen Schnee - das fanden wir noch lustig.....

Hinter Rabanal ahnten wir noch nicht, was uns weiter oben erwartet. Erst liefen uns kleine Bächlein am Weg entgegen, dann auf halber Höhe nach Foncebadon lag Schnee. Da er sehr nass und schwer war, war es magaanstrengend im Schnee zu laufen. Gott sei Dank gab es irgendwann die Möglickeit auf die Straße zu wechseln, was ich auch tat. Sebastian und Katharina stapften weiter tapfer durch den Schnee.

Foncebadon hat sich sehr gewandelt. Überall werden die Häuser wieder hergerichtet und es gibt etliche Herbergen und Pensionen. Wir wurden in unserer Pension "El Trasgu de Foncebadon" sehr freundlich empfangen, hatten ein riesiges Zimmer, bekamen für 8 € die gesamte Wäsche gewaschen und getrocknet. Das Menü Abends war auch sehr lecker.

 

 


Freitag, 23.03.2018

Foncebadon -> Molinaseca

19,1 km

Nach einem sehr leckeren Frühstück haben wir uns auf den Weg gemacht. In Foncebadon lief noch das Wasser die Straße runter, weiter oben war wieder eine geschlossene Schneedecke auf dem Pilgerweg. 3 Schritte vor, 2 Schritte zurück......

Auf der Geraden zum Cruz de Ferro versperrte uns ein kleiner See auf dem Weg das Weitergehen, also wechselten wir wieder auf die Straße.

Sebastian war schon vor uns oben angekommen und schon auf dem Abstieg nach Manjarin. Während Sebastian und Katharina tapfer weiter durch den Schnee stapften, lief ich auf der Straße nach unten.

Als wir in Manjarin ankamen, waren wir ziemlich durchgefroren und nass, also beschlossen wir bei Tomas, dem "letzten Templer", eine Pause zu machen....irgendwie war das leicht gruselig da drinnen. Wir saßen in seiner "Wohnküche" am offenen Feuer, tranken einen Tee (gegen Spende) und suchten das Weite, sobald wir uns etwas aufgewärmt hatten. Ich möchte hier nicht gegen die Gastfreundschaft von Tomas sprechen, aber es war schon echt schmuddelig dort. Das muss man mögen.

Den weiteren Weg bis El Acebo gingen wir zusammen auf der Straße. In El Acebo sind wir eingekehrt und während wir zu Mittag aßen und uns am Ofen wärmten, ging draußen die Welt unter. Bei Sonnenschein gingen wir nach der Pause weiter.

Schnee  lag zwar ab dieser Höhe nicht mehr, aber der Weg über Riego de Ambros war trotzdem sehr anstrengend. Immer abwärts über Matsch und grobes Geröll.

Als wir endlich in Molinaseca ankamen, sah es wieder  nach Regen aus. Allerdings war hier unten bereits Frühling - die Apfelbäume standen in voller Blüte.

In unserer Unterkunft im Pajarapinta wurden wir schon erwartet. Wir bekamen ein riesiges Zimmer mit 2 Einzel- und einem Doppelbett. Ein Traum für den Preis (mit Frühstück zahlte ich für uns drei 74,-- €).

Abends hat es wieder leicht geregnet, also sind wir nicht weit gegangen, sondern gleich in der Nähe in ein Restaurant. Dort haben wir Salate gegessen, Wein und Wasser getrunken und die Feinschmeckerauslage bestaunt, die nach und nach bestückt wurde.

Samstag, 24.03.2018

Molinaseca -> Camponaraya

23,1 km

 

Tja, als Katharina morgens aus dem Dachflächenfenster schaute, meinte sie, ich wolle nicht sehen, was sie gerade sieht..... der Schnee war uns nun bis nach Molinaseca herunter gefolgt.

Nach einem einfachen Frühstück, allerdings mit viel frischem Obst und Saft, sind wir im strömenden Regen mit Regencapes losmarschiert. Bis Mittag waren wir erst in Ponferrada, wo wir in einem Café etwas getrunken haben. Da wir am Weg kein Geschäft mit Bekleidung fanden, gab es für Sebastian keine neue Jogginghose..... bis Melide werden wir wohl nichts mehr finden und das erreichen wir Ostersonntag.

 Die Wegführung aus Ponferrada ist gegenüber 2011 geändert worden und führt nun weitestgehend am Fluß entlang.

Das Wetter meinte es an diesem Tag nicht gut mit uns, denn zum Regen kam auch noch ein ungnädiger Wind.

In Columbrianos haben wir endlich eine Gelegenheit gefunden, etwas zu essen. Bei einer Herberge gab es im Hof ein beheiztes Zelt. So konnten wir uns stärken und aufwärmen und schafften den weiteren Weg bis Cacabelos gut. Das Hotel Siglo XIX liegt in einem historischen Gebäude, genau bei der Kirche. Zum Abendessen gab es für 12 € pP ein sehr leckeres Pilgermenü (Pilzcremesuppe, Bacalao und als Nachtisch Selva Negra, was in der Tat unserer Schwarzwälder Kirschtorte sehr ähnlich war.

 

 

Sonntag, 25.03.2018 - Palmsonntag!

Cacabelos -> Trabadelo

19,9 km (über den Camino Duro)

Gemeinsam liefen wir aus Cacabelos  - immer leicht bergan an der Straße entlang. Nach ca. 3 km kann man wählen, ob man an der Landstraße entlang oder 1 km mehr über den normalen Pilgerweg geht. Sebastian und Katharina liefen über die Wanderwege, ich entschied mich für den Weg entlang der Straße, was aber nicht unbedingt weniger anstrengend war, da es beständig auf und ab ging. Gegen 11:20 Uhr war ich in Villafranca del Bierzo, wo gefühlt alle Einwohner zum Palmsonntagsumzug Richtung Kirche strömten. Sebastian und Katharina kamen ca. 15 Minuten später an. Als ich hoch zur Kirche ging, um mir an der Herberg Ave Fenix einen Stempel zu holen, setzte sich dei Palmsonntagsprozession in Bewegung. Wir hatten wenig Hoffnung, eine offene Bar zu finden, aber glücklicherweise gab es doch eine. Wir stärkten uns mit belegten Broten und starteten wieder.

Da das Wetter ein Traum war - tatsächlich schien die Sonne!!! - mussten wir nicht lange überlegen, ob wir den Camino Duro gehen wollten oder nicht. Gut, dass Katharina und ich ihn schon 2011 gegangen waren und somit wussten, wo der Einstieg ist. Die Pfeile sind nämlich entfernt bzw. waren sie ganz fett mit NO überschrieben. Wir ließen uns nicht beirren und sind trotzdem hoch. Nur einmal lag ein sehr astreicher Baum quer, ansonsten war der Weg gut begehbar, wenn auch sehr anstrengend.....irgendwoher muss der Name DURO ja kommen. Oben lag natürlich Schnee ;-)

Auf dem Weg nach unten wird man nun direkt nach Pradela hineingeleitet. Wir brauchten aber auch dringend eine Pause und etwas zu trinken. Die Wirtin hat einen großen Stempel, in den sie noch jeweils eine kleine Figur zeichnete. Die letzten 3 km nach unten waren gefühlt schlimmer als der Aufstieg. In Trabadelo mussten wir an den Ortseingang zurück zu unserer Unterkunft. Statt der gebuchten kleinen Ferienwohnung bekamen wir ein 3-Bett-Zimmer im Haupthaus...naja.... Also war nix mit selber kochen, sondern wir "mussten" das Pilgermenü in der Pension nehmen, was aber sehr gut war.

Montag, 26.03.2018

Trabadelo -> Las Herrerias

10 km und ein paar Schritte

Kinder können noch so alt sein, manchmal geraten sie sich in die Wolle. Sebastian hat ewig getrödelt und bekam deswegen von Katharina die Hirschtalgcreme nicht mehr. Sie hatte ihren Rucksack schon fertig gepackt...Pech für ihn. Beleidigt rannte er vorne weg und war bald nicht mehr zu sehen. So haben Katharina und ich alleine in La Portela de Valcarce Pause gemacht. Per SMS bat ich Sebastian in Ambasmestas Pause zu machen, weil wir dort Sabine Schnepf in ihrer Herberge besuchen wollten. Wir haben uns eine Weile mit Sabine unterhalten und ich musste für mich feststellen, dass ich in Ambasmestas nicht leben könnte.....

In Vega de Valcarce gab es eine Apotheke, wo sich Sebastian seine eigene Creme kaufte :D, danach haben wir in einer Bäckerei frische Empanadas gegessen....que rico!!!

Der weitere Weg führt immer an der Straße entlang - wenig idyllisch also. Wir sind in Las Herrerias wieder ins El Capricho de Josana. Der Besitzer war sehr rührig und sprach sogar Englisch.

Nach dem Duschen und Wäsche waschen sind wir in den Gastraum und haben Kaffee getrunken und einen kleinen Snack gegessen. Das Abendessen war sehr reichhaltig und super lecker. Nach der 2. Flasche Wein mussten wir dankend ablehnen....wir hätten noch eine weitere bekommen!!!

Fortsetzung folgt....