05.04.2017

Anreise Bayreuth - Frankfurt - Porto

Wir wollten um 5 Uhr aufstehen, aber ich konnte schon ab 4 Uhr nicht mehr schlafen.

Kurz nach 6 uhr sind wir mit dem Auto nach Frankfurt und habn es dort am NH Hotel in der Tiefgarage geparkt. Über Park&Fly gibt es immer gute Angebote, das Auto günstig und sicher zu parken. Eine Anreise mit dem Zug nach Frankfurt wäre nicht möglich gewesen, da wir von Bayreuth dann bereits am Vorabend los gemusst hätten....

Vom Hotel aus gibt es einen Shuttle direkt zum Abflugterminal. Schon glaubten wir, es würde alles wie am Schnürchen laufen, aber natürlich kam es auch dieses Mal anders. Die Maschine kam verspätet aus Hamburg, dann wurde das Gate gewechselt und als wir dachten, es ginge endlich los, gab es Probleme mit einem betrunkenen Passagier, der wieder aussteigen sollte, aber natürlich nicht wollte. So sind wir statt um 13:30 Uhr erst um 15:00 Uhr gestartet. Der Pilot schien aber tüchtig Gas gegeben zu haben, denn 2 Stunden 10 Minuten später sind wir schon in Porto gelandet.

Danke der Zeitverschiebung waren wir um 16:30 Uhr schon in der Metro und kurz nach 17:15 Uhr haben wir uns in der Kathedrale von Porto unseren 1. Stempel geholt.

Unsere Pension cristal Guest House war....naja. Winziges Zimmer, winziges Bett und wenn man auf die Toilette wollte, musste man sich unter dem Waschbecken durchquetschen - man hatte es quasi auf dem Schoß. Gegen 19:30 Uhr sind wir nach einem kurzen Spaziergang gleich nebenan zum Abnedessen. Lustiger Laden mit viel altem Gerümpel als Deko. Später gab es dort Livemusik, für die man pro Person 1 € zahlen musste, den wir gerne gaben.

06.04.2017

Porto -> Angeiras

22 km zu Fuß, vorher 4 km mit der alten elektrischen Straßenbahn

Wir sind also nicht aus Porto hinaus gelaufen, sondern mit der historischen Straßenbahn gefahren. Gut, dass wir uns dazu entschieden hatten, denn der Weg aus Porto zieht sich unendlich - zumindest hatten wir den Eindruck. Ja, eigentlich gehört auch das dazu und man sollte aus der Stadt laufen, aber die Fahrt mit der Bahn war ein Erlebnis, das wir uns nicht entgehen lassen wollten. 3 € hat es pro Person gekostet. Fahrplanmäßig fuhr die Bahn leider nicht - wir warteten ewig, bis sie schließlich nach fast 1 Stunde um 09:30 Uhr kam. Sie war dann auch rappelvoll. Außer uns beiden waren noch 2 weitere Pilger auf die Idee gekommen, so aus Porto rauszufahren.

Nach der Endstation liefen wir trotzdem noch eine gefühlte Ewigkeit aus der Stadt heraus, vorbei an Wohnblocks, Läden und unzähligen Restaurants, die auf den Gehsteigen Tische eingedeckt hatten und auf der Straße gerade ihre Grills mit Fisch bestückten. Es roch schon verdammt lecker ;-)

Als wir gegen Mittag dann endlich am Strand angekommen waren, holten wir uns im Touristenbüro, das in einem modernen neuen Gebäude direkt am Meer steht, einen Stempel ab und kehrten danach in einem der vielen Strandcafés ein.

Ich weiß nicht, aber am Strand entlang zu laufen, erinnert mich eher an einen Spaziergang im Urlaub am Meer, als an eine Pilgerreise.......

Irgendwann waren wir dann auch in Angeiras, wo ich am Campingplatz wie schon 2015 ein Häuschen vorreserviert hatte. Allerdings bekamen wir nicht das gebuchte, sondern ein sehr kleines Haus... ärgerlich, aber für 1 Nacht ging es. Gleich an der Rezeption konnte man das Pilgermenü für den Abend dazubuchen, was wir auch gerne taten.

Nachdem wir die Wäsche und uns gewaschen hatten, war es auch schon so spät, dass wir um 19:30 Uhr zum Abendessen in das Campingrestaurant gehen konnten. Wir staunten, dass außer uns doch noch etliche Pilger da waren, denn den ganzen Tag über haben wir kaum einen gesehen.

 

Freitag, 07.04.2017

Angeiras -> Arcos

23 km

Wir verließen erst kurz vor 9 Uhr den Campingplatz und liefen bis Vila do Conde am Meer weiter. Die Holzstege sind mittlerweile alle fertig, wir mussten also nicht mehr wie 2015 durch den Sumpf stapfen. dafür wurde es heute relativ schnell sehr heiß.

Wir hatten noch überlegt, ab Vila do Conde mit dem Taxi rüber nach Arcos zu fahren, weil ich in vielen Berichten gelesen hatte, wie furchtbar gefährlich dieser Abschnitt zu laufen sei. Immer auf der schmalen Straße, wo man dem Verkehr nicht ausweichen konnte und es soll dort schon so manch brenzlige Situation gegeben haben. Als wir in Vila do Conde waren, stand das aber für uns überhaupt nicht mehr zur Debatte und wir gingen brav zu Fuß weiter. Entweder hatten wir Glück oder die anderen übertrieben. So schlimm waren die Straßen und der Verkehr dort nicht. Einzig meine Füße waren von dem gepflasterten Weg wenig angetan und am Abend zierten 3 fette Blasen meine Fersensohlen. Dummerweise war ich unterwegs zu faul gewesen, diese Stellen gleich mit Tape abzukleben und musste nun mit den Folgen klar kommen.

In Vila do Conde müssen wir irgendwo einen Pfeil übersehen haben, denn wir sind einen Umweg am Fluß entlang gelaufen, der so nicht im Pilgerführer beschrieben war. Egal, irgendwann sahen wir wieder einen Pfeil und gut war es.

Unterwegs zeigte die Leuchtreklame einer Apotheke übrigens 32 ° C an und genauso fühlte es sich auch an. Wir machten 3 Trinkpausen - unsere Wasservorräte waren schnell leer gewesen.

In Arcos machten wir noch mal Pause - ich war gefühlt kurz vor einem Hitzschlag :-(

Das Vila Arcos Hotel ist nichts weiter als eine großes Wohnhaus, das Zimmer vermietet. Unser Zimmer war groß, modern - aber nicht unbedingt geschmackvoll.

Für 20 € pro Person konnten wir dort auch zu Abend essen - eine andere Möglichkeit hätte es in der näheren Umgebung nicht gegeben. Mit uns waren noch 3 Österreicher abends zum Essen, das sein Geld wert war. Sehr lecker hat die Hausherrin gekocht!!! Vom Speisezimmer aus, das im Untergeschoss des Hauses war, konnte man direkt in den Garten schauen. Wir könnten gerne den Pool nutzen, meinte die Besitzerin, aber mangels Badekleidung, lehnten wir dankend ab.

Die heutige Etappe wäre 35 km lang gewesen, was ich in der Hitze mit meinen Blasen an den Füßen wohl kaum geschafft hätte. Nach dem Frühstück ließen wir uns also ein Taxi rufenund fuhren bis Balugaes (knapp 15 km). Scheinbar fahren alle portugiesischen Taxifahrer wie die Irren. Auch dieser simste und telefonierte während der Fahrt, fuhr mit 80 km/h durch die Ortschaften.

In Balugares ließ er uns an einer Bushaltestelle aussteigen und deutete uns an, das der Weg den Berg hoch führt. Oben war zwar eine Kirche, aber weit und breit kein gelber Pfeil. Während mein Mann seinem I-Phone den richtigen Weg entlocken wollte, fragte ich einfach den nächsten Portugiesen, der munter auf mich einredete. Zumindest, dass wir wieder nach unten mussten, verstand ich. Unten fragte ich in einer Bar noch mal und kurz darauf sahen wir auch schon die ersten Pilger die Straße überqueren. Im gefühlten Zick-Zack verlief der weitere Weg aus dem Ort, über Pflasterstraßen, an Feldern vorbei, durch klene Orte, bzw. meist an diesen vorbei. Nach 2 Stunden hatten wir erst die erste Bar erreicht, etwas abseits des Weges, wo wir ein Radler tranken. Nach und nach trafen weitere Pilger ein und mit einer in Bamberg lebenden Berlinerin kamen wir auch ins Gespräch. Ihr rechtes Knie litt bereits sehr unter dem asphaltlastigen Weg. Mein Mann gab ihr eine Voltarentablette. Die ärmste meinte schon, aufgeben zu müssen.....

Der weitere Weg entzückte mich nur einmal, als wir ein Waldstück passierten, das weiß vor lauter blühender Callas war. Später lagen eine tote Katze und ein ebensolcher großer Leguan am Straßenrand.

1 Stunde vor Ponte de Lima kehrten wir nochmal an einer Bäckerei ein, die sonntags auf war. Dort tranken wir Milchkaffee und aßen süße Teilchen. Mein Mann konnte den Preis für alles zusammen gar nicht fassen: 2,70 €.

Nach und nach erreichten wir die ersten Vororte von Ponte de Lima und schließlich die Stadt selbst. Am Ufer fand gerade eine riesiger Flohmarkt statt. Wie gut, dass wir pilgernd mit dem Rucksack unterwegs waren ;-)

Direkt in der Altstadt fanden wir unser Hotel. Das Thermometer an der Apotheke daneben zeigte 36°C im Schatten an!! Unsere Wäsche trocknete dementsprechend auf dem schmalen Balkon auch ziemlich schnell.

So gegen 19 Uhr sind wir wieder los, um ein geeignetes Restaurant für unser Abendessen zu finden. Wir sind kreuz und quer durch die Altstadtgässchen und letztendlich zum Italiener gleich um die Ecke. Dort haben wir im 1. Stock mit tollem Ausblick auf den Rio Lima und das geschäftige Treiben an der Uferpromenade sehr lecker zu Abend gegessen.

Die Nacht auf der megaweichen Matratze war nicht so toll.....

Frühstück gab es erst um 8:30 Uhr im ehemaligen Verkaufsraum des alten Kolonialwarenladens.

Um 9:30 Uhr sind wir los. Nach der Brücke über den Rio Lima saßen vor der Pilgerherberge zahlreiche Pilger und frühstückten noch. aus Ponte de Lima ist man sehr schnell draußen. Natürlich ging es wieder auf steinigen gepflasterten Wegen zwischen Feldern hindurch.

Irgendwann so gegen 10:30 Uhr sahen wir ein Hinweisschild auf ein Café an einer Fischzuchtanlage und freuten uns schon, ein kühles Radler trinken zu können. Leider zu früh, denn das Café hat nur von Juni - Oktober geöffnet. Schade!

Mein Wasservorrat ging langsam aber sicher zur Neige, also füllte ich meine Flasche an der nächsten Wasserstelle, wo wir auch das Geschwisterpaar (Carolin und Christian) wieder trafen.

Gott sei Dank kam doch noch eine kleine Bar und wir zu unserem Radler ..... vor dem heftigen Ansteig heute auf den Alto de Portela Grande de Labruja. Ganz schön heftig und dank der vielen groben Steine nicht so einfach zu gehen. Kaum glaubte man, endlich oben zu sein, ergab sich leider der Ausblick auf einen weiteren steilen Anstieg. Wie auch immer, irgendwann passierten wir das Franzosenkreuz und waren auch bald darauf auf dem Gipfel. Oben gab es wieder eine Quelle, sodass ich das Wasser von unten lieber wegschüttete und die Flasche oben neu füllte und auch gleich davon trank.

Der Abstieg über Steine und Sand hatte es ebenso in sich und eine erneute Rast in einer improvisierten Bar ließen wir uns nicht entgehen. Die heutige Unterkunft wrb eigentlich damit ,  nur 600 m abseits des Weges zu sein. Wir liefen aber fast 2 km, bis wir endlich da waren. In der Quinta da gandra wurden wir schon erwartet und sehr nett empfangen. Das Haus ist riesig, aber wir waren die einzigen Gäste. Die Hausherrin fuhr uns zum Abendessen in das wahrscheinlich einzige Restaurant weit und breit, denn dort wimmelte es nur so vor Pilgern.

Nach dem Abendessen wurden wir von einem Kleinbus zurück zur Unterkunft gebracht. Alles perfekt organisiert - Hut ab!

Unsere Gastgeberin bot uns nocht einen Portwein an ..... lecker!!!!!

Fortsetzung folgt ....... Bilder auch, wenn ich den Speicherstick dazu bekomme, sie wieder herzugeben...